Unsere Meinung |
Wir sind legitimiert und kompetent, zu Fragen der Kernenergie sachlich und objektiv Stellung nehmen zu können. Dies aus folgenden Gründen:
Erfahrung
Gemeinsam haben wir über 100 Jahre Betriebserfahrung in Kernkraftwerken, in verschiedenen Anlagen, in verschiedenen Fachgebieten und auf verschiedenen Stufen. Wir erlebten die Kernenergie hautnah und wir verfolgen auch nach unserem Ausscheiden aus dem Berufsleben weiterhin die Entwicklung und Anwendung dieser Energieform.
Fachliche Kompetenz
Jeder von uns erhielt eine gründliche, spezifische fachliche Ausbildung, die in nuklearer Forschung, bei der Projektierung und dem Bau der Kernkraftwerke und insbesondere im Betrieb der Kraftwerke zur Anwendung kam. Dabei haben wir uns intensiv mit Fragen der Reaktorsicherheit und des Strahlenschutzes auseinandersetzen müssen. H. Wenger war zudem während 13 Jahren Mitglied der Eidg. Kommission für die Sicherheit der Kernanlagen (KSA).
Objektivität und Unabhängigkeit
Unsere berufliche Laufbahn endete mit der Aufgabe als Kraftwerksleiter, der gemäss der Richtlinie R-17 der Aufsichtsbehörde des Bundes (ENSI), die volle Verantwortung für den sicheren Betrieb der Anlage trägt. Heute sind wir völlig unabhängig von unseren ehemaligen Arbeitgebern. Wir äussern unsere Meinung, die auf unserer Erfahrung und unserem Wissen und Gewissen beruht, als unabhängige Privatpersonen frei und offen. |
Unser Beitrag zu einem Dialog |
Es ist uns ein grosses Anliegen, dass die heutige Diskussion um die Kernenergie im Rahmen der allg. Energiedebatten wieder vermehrt sachlichen, technischen, ökologischen und ökonomischen Argumenten folgt und nicht nur politischen, ideologischen oder emotionalen.
Wir haben auch den Eindruck, dass viele Politiker und Medien vergessen haben, dass das Schweizervolk immerhin viermal (1979, 1984, 1990 und 2003) den Ausstieg aus der Kernenergie abgelehnt hat und, dass dieser Entscheid gilt, bis er vom Volk selber umgestossen wird. Die von verschiedenen Seiten geäusserte Meinung, wonach mit den von ihnen verlangten Massnahmen ein Ausstieg problemlos möglich sei, ist reine Spekulation und keine sachgerechte oder rechtliche Grundlage.
Der Bundesrat hat im Februar 2007 den Bau neuer Kernkraftwerke als notwendig eingestuft.
Mit folgenden Kurzbeiträgen möchten wir den Dialog von unserer Seite aus eröffnen: |
Was heisst die Option Kernenergie offen halten?
|
Parlament und Bundesrat haben sich geäussert: «Die Option Kernenergie wird in unserem Land offen gehalten». Das Schweizer Volk hat bereits 2003 dieser Option deutlich zugestimmt. Bundesrat Leuenberger hat im Dezember 2006 in einem Interview auch nochmals deutlich festgehalten: «Um die längerfristige Sicherung der Energieversorgung zu gewährleisten, muss die Option Kernenergie offen bleiben». Was heisst das für die Gegenwart und die Zukunft der Elektrizitätsversorgung?
Die bestehenden Kernkraftwerke weiter betreiben
Das heisst, dass die fünf bestehenden Schweizer Kernkraftwerke so lange weiter betrieben werden sollen, wie ihre Sicherheit den strengen Anforderungen der Gesetze und Vorschriften genügt und ihre Wirtschaftlichkeit gegeben ist (siehe auch «Lebensdauer der Kernkraftwerke»). Dies nicht zuletzt deshalb, weil sie sich in den vergangenen über 30 Jahren durch hervorragende Sicherheitsnachweise und Betriebsergebnisse ausgezeichnet haben und auch in der Gegenwart auszeichnen.
Neue Kernkraftwerke
Das heisst aber auch, dass die erwartete Lücke in der Elektrizitätsversorgung den Bau neuer Kernkraftwerke erfordert.
Dies vornehmlich auch aus Gründen einer ehrlichen, praxisnahen Ökologie: Eine nachhaltige Reduktion der Treibhausgas-Emissionen ist ohne Kernenergie nicht möglich! Mit der rechtzeitigen Inbetriebnahme neuer KKW lassen sich die enormen zusätzlichen CO2 Emissionen verhindern, die eine "Übergangslösung" mit Gas-Kombikraftwerken mit sich bringt.
Dank der Entwicklung der Wissenschaft und innovativer Technologien werden die künftigen Kernkraftwerke noch sicherer und wirtschaftlicher arbeiten als bestehende Anlagen. Sie sind heute auf dem Markt und werden in einigen Ländern bereits gebaut.
Bei voller Unterstützung der Forderung nach umweltschonender Energieproduktion darf die Frage der Stromversorgung unseres Landes nicht zu einer Spielwiese von Umweltorganisationen und einigen Politikerinnen und Politikern verkommen, die hartnäckig versuchen, schon die Planung, ja selbst die Erwähnung eines neuen Schweizer Kernkraftwerkes zu einem Sakrileg zu machen. In die politischen Entscheidungen müssen wieder rationale Argumente der Sicherheit, des Umweltschutzes, der Versorgung und der Wirtschaftlichkeit einfliessen. Selbstverständlich müssen dabei die Volksrechte unserer Demokratie gewahrt bleiben, was allein schon aus der Tatsache ersichtlich ist, dass gemäss neuem Kernenergiegesetz die Rahmenbewilligung für neue Kernkraftwerke dem fakultativen Volksreferendum untersteht. |
|
|
|
|
|